Stift. Papier. 3 Stunden. So priorisierst du deine KI-Use-Cases ohne Beratermarathon
Klarheit kostet kein Lizenzbudget — nur drei Stunden Ehrlichkeit im Meetingraum. Der Low-tech-Workshop für Mittelständler.
Die schnellste KI-Standortbestimmung braucht Stift, Papier und drei Stunden — kein Software-Tool. In diesem Workshop-Format kartiert eine Führungskraft mit einem KI-Verantwortlichen alle KI-Berührungspunkte des Unternehmens und leitet drei Sofort-Maßnahmen ab.
Auf einen Blick
- Viele Unternehmen glauben, sie bräuchten wochenlange Beratung, um KI-Use-Cases zu finden und zu priorisieren.
- In Wahrheit reichen drei Stunden, ein Stift und ein ehrliches Team: Engpass-Mapping, Hebel ranken, Pilot wählen.
- Die Methode ist bewusst low-tech, damit der Fokus auf Inhalt statt auf Tools liegt.
- Output: priorisierte Liste mit klarem Pilot und Runner-up — verbindlich genug für die nächsten 8–12 Wochen.
- Externe Beratung baut auf einer klaren Priorisierung auf statt auf Bauchgefühl.
Dieser Beitrag ist Teil der Wissensbasis rund um das KI-Forum Linz am 24. Juni 2026 im OÖNachrichten Forum. Autor: Manuel Wolfsteiner, Co-Gründer KI-Forum und Schulungsleiter der EU-AI-Act-Basisschulung.
Klarheit kostet kein Lizenzbudget — nur drei Stunden Ehrlichkeit im Meetingraum. Drei Phasen, ein Pilot, ein Runner-up. Mehr braucht eine Use-Case-Priorisierung im Mittelstand selten.
Phase 1 (0–60 Minuten): Engpass-Mapping
Sammle die größten Schmerzen pro Bereich: Was nervt euch wöchentlich? Wo gehen unverhältnismäßig viele Stunden drauf? Für jeden Engpass entsteht eine Karte mit Prozess, Beschreibung, geschätzter Zeit und Risiko. Pro Bereich 3–5 Karten — mehr verdünnt den Fokus.
Phase 2 (60–120 Minuten): Hebel ranken
Bewerte jeden Engpass entlang von drei Fragen: Wie hoch ist der Nutzen, wenn wir ihn entschärfen? Wie gut ist die Datenlage? Wie hoch ist der organisatorische Aufwand? Vergib einfache Scores von 1 bis 5 und sortiere danach. Die Top-5-Karten stehen auf einem extra Blatt — alles andere wandert in die „Später"-Box.
Phase 3 (120–180 Minuten): Pilot wählen
Betrachte die Top-Hebel und prüfe, welche sich in 8–12 Wochen pilotieren lassen. Wähle genau einen Pilot und einen „Runner-up". Definiere Ziel, KPI, Verantwortliche und Zeithorizont — grob, aber verbindlich. Das Blatt wandert in den nächsten Geschäftsführungs-Termin.
Drei Stunden mit Stift und Papier schlagen drei Berater-Monate mit PowerPoint. Vorausgesetzt: das Team ist im Raum, das Bauchgefühl wird ehrlich ausgesprochen, die Stop-Regel wird eingehalten.
Warum das funktioniert
- Die Betroffenen bringen ihre Themen selbst ein — das schafft Buy-in.
- Ihr trennt zwischen „schmerzt" und „lässt sich kurzfristig umsetzen".
- Externe Beratung baut auf einer klaren Priorisierung auf statt auf Bauchgefühl.
- Die Low-tech-Form verhindert, dass Tool-Auswahl die inhaltliche Diskussion überlagert.
Zum Mitnehmen
- Priorisierung braucht Klarheit, nicht Komplexität — Stift und Papier reichen.
- Engpass-Mapping → Hebel ranken → Pilot wählen ist eine 3-Stunden-Sequenz.
- Ein Pilot plus ein Runner-up sind ehrlicher als 12 vage Kandidaten.
- Wer den Workshop selbst moderiert, baut intern die Fähigkeit auf — das ist nachhaltiger als jede Beratung.
Häufige Fragen
Was, wenn wir uns nicht einigen können?
Reicht das wirklich als Vorbereitung für einen Pilot?
Wer sollte teilnehmen?
Was ist die häufigste Falle?
Machen Sie das KI-Forum zu Ihrem Kompetenz-Turbo
Ein Tag Praxis. Sechs Speaker. EU-AI-Act-Kompetenz-Zertifikat inklusive.
Jetzt Ticket sichern