KI-Forum· Manuel Wolfsteiner· 27. Mai 2026· 5 Min Lesezeit

Stift. Papier. 3 Stunden. So priorisierst du deine KI-Use-Cases ohne Beratermarathon

Klarheit kostet kein Lizenzbudget — nur drei Stunden Ehrlichkeit im Meetingraum. Der Low-tech-Workshop für Mittelständler.

KI-Forum-Sketchnote: Stift. Papier. 3 Stunden. So priorisierst du deine KI-Use-Cases ohne Beratermarathon
Klarheit kostet kein Lizenzbudget — nur drei Stunden Ehrlichkeit im Meetingraum. Der Low-tech-Workshop für Mittelständler.
Klartext

Die schnellste KI-Standortbestimmung braucht Stift, Papier und drei Stunden — kein Software-Tool. In diesem Workshop-Format kartiert eine Führungskraft mit einem KI-Verantwortlichen alle KI-Berührungspunkte des Unternehmens und leitet drei Sofort-Maßnahmen ab.

Evidenz-Tier 3: Format aus ki-fit.at-Praxis dokumentiert.

Auf einen Blick

Dieser Beitrag ist Teil der Wissensbasis rund um das KI-Forum Linz am 24. Juni 2026 im OÖNachrichten Forum. Autor: Manuel Wolfsteiner, Co-Gründer KI-Forum und Schulungsleiter der EU-AI-Act-Basisschulung.

Klarheit kostet kein Lizenzbudget — nur drei Stunden Ehrlichkeit im Meetingraum. Drei Phasen, ein Pilot, ein Runner-up. Mehr braucht eine Use-Case-Priorisierung im Mittelstand selten.

Phase 1 (0–60 Minuten): Engpass-Mapping

Sammle die größten Schmerzen pro Bereich: Was nervt euch wöchentlich? Wo gehen unverhältnismäßig viele Stunden drauf? Für jeden Engpass entsteht eine Karte mit Prozess, Beschreibung, geschätzter Zeit und Risiko. Pro Bereich 3–5 Karten — mehr verdünnt den Fokus.

Phase 2 (60–120 Minuten): Hebel ranken

Bewerte jeden Engpass entlang von drei Fragen: Wie hoch ist der Nutzen, wenn wir ihn entschärfen? Wie gut ist die Datenlage? Wie hoch ist der organisatorische Aufwand? Vergib einfache Scores von 1 bis 5 und sortiere danach. Die Top-5-Karten stehen auf einem extra Blatt — alles andere wandert in die „Später"-Box.

Phase 3 (120–180 Minuten): Pilot wählen

Betrachte die Top-Hebel und prüfe, welche sich in 8–12 Wochen pilotieren lassen. Wähle genau einen Pilot und einen „Runner-up". Definiere Ziel, KPI, Verantwortliche und Zeithorizont — grob, aber verbindlich. Das Blatt wandert in den nächsten Geschäftsführungs-Termin.

Drei Stunden mit Stift und Papier schlagen drei Berater-Monate mit PowerPoint. Vorausgesetzt: das Team ist im Raum, das Bauchgefühl wird ehrlich ausgesprochen, die Stop-Regel wird eingehalten.

Warum das funktioniert

Zum Mitnehmen

Häufige Fragen

Was, wenn wir uns nicht einigen können?
Dann ist die Frage „Welcher Engpass kostet wirklich am meisten Zeit?" noch nicht ehrlich beantwortet. Eine weitere halbe Stunde mit klaren Schätzwerten (Stunden pro Woche, Euro pro Monat) löst meist den Knoten.
Reicht das wirklich als Vorbereitung für einen Pilot?
Für die Pilot-Entscheidung ja. Für die operative Umsetzung braucht es zusätzlich einen detaillierten Canvas (z. B. 7 Felder), der die Datenlage und Integration prüft.
Wer sollte teilnehmen?
Die Personen, die operativ in den Engpässen stecken — plus eine Person mit Entscheidungs-Vollmacht. 4–8 Teilnehmer sind das Optimum.
Was ist die häufigste Falle?
Die Frage „Was wäre cool mit KI?" statt „Wo tut es weh?". Wer bei der „cool"-Frage startet, landet in Showcase-Use-Cases ohne Substanz.
Manuel Wolfsteiner
Manuel Wolfsteiner, MBA Geschäftsführer ki-fit.at · ISO-zertifizierter KI-Manager (Personenzertifizierung P85) · Co-Gründer KI-Forum
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